Universitätsmedizin: Deutsches Zentrum für psychische Gesundheit

Universitätsmedizin Augsburg | Bezirkskrankenhaus Augsburg & Medizinische Fakultät der Universität Augsburg: Verbesserte Präzisionsmedizin für psychische Gesundheit - Universität Augsburg ist Teil eines Forschungsverbundes im neuen Deutschen Zentrum für psychische Gesundheit.

An einer früheren, personalisierten und präventiven Behandlung von psychischen Erkrankungen arbeiten künftig auch Forschende der Universität Augsburg. Sie sind damit Teil eines Standorts des neuen Deutschen Zentrums für psychische Gesundheit, an dem unter Leitung des LMU Klinikums Forschende der Technischen Universität München (TUM), der Universität Augsburg, des Max Planck Instituts für Psychiatrie München und des Helmholtz Zentrums München vertreten sind. Weitere Standorte des neuen Deutschen Zentrums für psychische Gesundheit sind Berlin, Bochum, Jena, Mannheim und Tübingen. Die Gründung dieses sowie eines weiteren Deutschen Zentrums für Kinder- und Jugendpsychiatrie gab das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) am 10. März bekannt.

Der Forschungsverbund verfolgt das Ziel, neue prognostische und präventive Ansätze für schwere psychische Erkrankungen zu entwickeln und diese Erkenntnisse schnell den Menschen in der Region, in Deutschland und weltweit zur Verfügung zu stellen. Ausgewählt als Teil des neuen Deutschen Zentrums für psychische Gesundheit wurde dabei der regionale Forschungsverbund München-Augsburg mit dem Titel PriMe (eng. Precision in Mental Health). Die interdisziplinäre Gruppe besteht u.a. aus Expertinnen und Experten für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychologie, Neurowissenschaften, Ethik, Allgemeinmedizin, Künstlicher Intelligenz, Genetik und evidenzbasierter Medizin.

Psychische Erkrankungen wie Depressionen sind Volkserkrankungen und trotz vieler positiver Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten nehmen viele dieser Erkrankungen einen ungünstigen Verlauf mit massiven Belastungen für die betroffenen Personen, deren Angehörige, aber auch für die Gesellschaft. Bisher fehlte es an Technologien um Grundlagenwissenschaften, mathematische Modelle und Forschung am Patienten in der Psychiatrie und Psychotherapie zusammenzuführen – diese Lücke will PriMe als Teil des DZPG schließen. „Wir in PriMe interessieren uns v.a. für die Entwicklung von präziseren Methoden zur Diagnose- und Prognosestellung in Verbindung mit einer dann präziseren Auswahl und Weiterentwicklung therapeutischer Verfahren durch multizentrische klinische Studien” freut sich Prof. Peter Falkai, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am LMU Klinikum und Koordinator von PriMe.

Der München-Augsburg Verbund setzte sich in einem kompetitiven und international begutachteten Verfahren gemeinsam mit sechs anderen Standorten in einem Feld von 20 Bewerbern durch. „Es ist eine besondere Ehre und Herausforderung, dass wir als Teil des DZPG psychiatrisch-psychotherapeutische Spitzenforschung in Augsburg weiterentwickeln können” ergänzt Prof. Dr. Alkomiet Hasan, Lehrstuhl für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Augsburg und Mitglied der PriMe Koordinierungsgruppe. Die ausgewählten sechs Standorte treten nun in eine Netzwerkphase ein, in der das gemeinsame Forschungsprogramm des DZPG entwickelt werden soll. Startschuss für das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit ist laut Angaben des BMBF Anfang 2022.

Hintergrund

Die neuen Deutschen Zentren für Psychische Gesundheit und für Kinder- und Jugendgesundheit ergänzen das Erfolgsmodell der bestehenden Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Es handelt sich hierbei um Netzwerke mit Standorten, die über ganz Deutschland verteilt sind. Ihr Ziel ist es, optimale Forschungsbedingungen zu schaffen, um Volkskrankheiten besser bekämpfen zu können und Forschungsergebnisse schneller in die Praxis zu bringen. Hierzu verknüpfen die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung die Grundlagenforschung mit der klinischen Forschung sowie mit der Präventions- und Versorgungsforschung. Die Zentren werden gemeinsam vom BMBF und den Sitzländern der Standorte gefördert.

Hinweis:

 

Dies ist eine Pressemitteilung der Universität Augsburg. Wir veröffentlichen diese Pressmeldung, da die Medizinische Fakultät und weitere Bereiche der Universität Augsburg gemeinsam mit dem Klinikum und weiteren Partnern die Universitätsmedizin Augsburg bilden. Sie haben Fragen? Den Kontakt zur Pressestelle der Universität Augsburg finden Sie hier: Presse.