Bayerisches Kinderschmerzzentrum

Chronische Schmerzen im Kindes- und Jugendalter sind ein zunehmendes Problem. Deutschlandweit leiden ca. 350.000 Kinder und Jugendliche an starken, einschränkenden, wiederkehrenden Schmerzen, im Sinne einer chronischen Schmerzstörung. Diese führt zu einer ausgeprägten Belastung der Betroffenen und deren Familien. Auch die sozio-ökonomischen Auswirkungen sind nicht zu unterschätzen.

 

Was ist chronischer Schmerz?

Chronischer Schmerz ist ein anhaltendes oder wiederkehrendes Phänomen mit einer Dauer von mehr als drei Monaten. Dabei ist er meist durch eine Vielzahl von Ursachen und Einflüssen bedingt. Bei chronischen Schmerzen ist die eigentliche Schutz-/Warnfunktion des Körpers verloren gegangen. Es bildet sich ein Schmerzgedächtnis aus, das Kinder und Jugendliche Schmerzen empfinden lässt, auch wenn keine organische Ursache (mehr) vorliegt. So lässt sich auch oft keine zugrunde liegende körperliche Störung finden. Dieser biologische Anteil ist mit einem psychologischen Anteil eng verknüpft. Gedanken und Gefühle der Angst und Hilflosigkeit verstärken die Schmerzempfindung, wodurch der Patient in einen Teufelskreislauf gerät. Folgenträchtige Einschränkungen im Alltag entstehen schließlich durch Häufung von Schulfehltagen, Aufgabe von Hobbies, Distanzierung vom Freundeskreis, vielfache Arzt- und Therapeutenbesuche und zunehmenden Depressionsbedingten sozialen Rückzug. Durch diese umfassenden Veränderungen leiden die Patienten und ihre Familien.

Die multimodale Schmerztherapie

Die multimodale Schmerztherapie stellt eine ganzheitliche Behandlungsform der bio-psycho und sozialen Beschwerden bei einer chronischen Schmerzstörung dar. Durch unser interdisziplinäres Team erfahren die Kinder und Jugendlichen mehr über Schmerzentstehung, -wahrnehmung und -empfindung. Sie erlernen Techniken, um im Alltag besser mit den Schmerzen umgehen zu können. Sie werden von uns begleitet und gestärkt, wieder einen altersentsprechenden Alltag gestalten und leben zu können.

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