Entlastung auf Station ist spürbar

Hintergrund - Serviceassistenten unterstützen die Pflegekräfte auf den Stationen. Das ist aber nur eine Maßnahme von vielen. Klinikum wird weiter Gespräche mit Gewerkschaft führen

Ob eine Mahlzeit servieren oder die leeren Teller abräumen, einem Patienten einen Becher Tee bringen oder andere kleine Botengänge – es sind die sogenannten pflegefernen und versorgungsbezogenen Aufgaben auf den Stationen, die die examinierten Gesundheits- und Krankenpfleger aufhalten und ihnen die Zeit am Krankenbett rauben. Mit den Serviceassistenten, die das Klinikum seit einiger Zeit regelmäßig einstellt, soll sich das ändern. Sie sind nur eine Maßnahme in einem ganzen Bündel, die die Pflege am Klinikum Augsburg entlasten und den Beruf wieder attraktiv machen soll. Die Betriebliche Kommission, die solche Maßnahmen aufspüren und realisieren soll, zeitigt erste Erfolge. Doch bei der Einstellung von Pflegekräften, mehr noch bei Fach-Pflegekräften, ist Kreativität gefragt. Denn der Markt ist leergefegt. Und das ist kein Augsburger Problem.

Bei einem Gespräch mit Augsburger Medienvertretern berichtete unter anderem Stationsleiter Georg Rössner von der Augenklinik von seiner Erfahrung mit den sogenannten Serviceassistenten. „Die Entlastung auf meiner Station ist spürbar“, sagte er. Rössner berichtete aber auch von bürokratischen Hürden bei der Einstellung von ausländischen Pflegekräften. Diesen Weg geht auch das Klinikum Augsburg seit einiger Zeit. Wechsle ein ausländischer Mitarbeiter den Arbeitgeber, erlösche vorerst seine Arbeitserlaubnis. „Wir wollten den Kollegen aus Bosnien eigentlich schon zum 1. Oktober einstellen“, so Rössner weiter. Grundsätzlich sei dies aber der richtige Weg, denn ausländische Arbeitnehmer sind in der Regel gut vernetzt und bringen weitere Kollegen ins Unternehmen.

Bei dem Gespräch kam aber auch die Enttäuschung darüber zur Sprache, dass die Gewerkschaft Verdi die Betriebliche Kommission als gescheitert bezeichnet hätte, obwohl deren Maßnahmenbündel bereits zu wesentlichen Verbesserungen auf einzelnen Stationen geführt habe. „Von überall her aus dem Haus bekommen wir positive Rückmeldungen, dass die Maßnahmen greifen“, sagte Pflege-Vorständin Susanne Arnold. „Es gibt keinen Grund, damit jetzt aufzuhören. Wir führen die Betriebliche Kommission weiter.“ Auch Personalratsvorsitzende Eva Nieberle gibt sich optimistisch: „Der Vorstand wird demnächst die Gespräche mit Verdi aufnehmen. Nicht miteinander sprechen ist keine Option.“

Bildunterschrift:

Pflege-Vorständin Susanne Arnold im Gespräch mit Augsburg TV.

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