Erkrankungen der Leber, des Gallewegssystems und des Pankreas

Erkrankungen der Leber

Tumore

  • Leberzysten
  • Leberadenome
  • fokal noduläre Hyperplasie (in selektionierten Fällen)
  • Leberechinokokkose

 

bösartige Erkrankungen

  • hepatozelluläres Karzinom (HCC) mit/ohne Leberzirrhose
  • intrahepatisches cholangiozelluläres Karzinom (CCC)
  • Lebermetastasen


 
Erkrankungen der Gallenblase und Gallenwege

gutartige Erkrankungen

  • Cholezysto- und Choledocholithiasis


bösartige Erkrankungen

  • Gallenblasenkarzinom
  • Tumore der extrahepatischen Gallenwege (Klatskin-Tumore)


Erkrankungen des Pankreas

 gutartige Erkrankungen

  • akute Pankreatitis
  • chronische Pankreatitis
  • Pankreaszysten und Pseudozysten
  • gutartige Pankreastumore


 bösartige Erkrankungen

  • duktales Pankreaskarzinom
  • periampulläre Karzinome
  • neuroendokrine Karzinome


Das operative Spektrum umfasst kleinere Leberresektionen (Subsegmentresektionen) bis hin zu ausgedehnten Leberesektionen im Sinne erweiterter Hemihepatektomien links bzw. rechts. Intraoperativ kommen moderne Hilfsmittel zum Einsatz, wie zum Beispiel der intraoperative Ultraschall zur exakten Planung der notwendigen, onkologisch-radikalen Resektion oder auch der CUSA, wobei es sich dabei um ein Ultraschall-gestütztes Instrument zur Durchtrennung des Parenchyms handelt. Prinzipiell wird versucht durch angemessene operative Techniken (Pringle-Manöver, vorzeitige Gefäßkontrolle im Leberhilus bei ausgedehnten Resektionen) den Blutverlust so gering wie möglich zu halten. Dadurch kann ein Großteil aller Leberresektionen gänzlich ohne den Einsatz von Fremdblut oder Plasmaprodukten durchgeführt werden.

Auf dem Gebiet der Gallenblasenchirurgie hat sich hinsichtlich der häufigen Zuweisungsdiagnose „Cholezystolithiasis“ das laparoskopische Vorgehen fest etabliert. Über 90% aller Eingriffe werden minimal-invasiv durchgeführt. Die Umsteigerate liegt bei 5%. Nur bei Fällen von schwerster, akuter Gallenblasenentzündung, vorliegender Leberzirrhose mit Nachweis ausgeprägter Kollateralkreisläufe oder auch dem Verdacht auf ein Gallenblasenkarzinom wird primär das offene Vorgehen gewählt.

Extrahepatische Gallewegskarzinome und hier in erster Linie die sog. Gallengangsgabelkarzinome (Klatskin-Tumore) werden nach umfangreicher Diagnostik einer operativen Therapie zugeführt, die sich an der Stadieneinteilung nach Bismuth-Corlette orientiert. Je nach Lagebeziehung des Tumors zur Gallengangsgabel bzw. einer Tumorausbreitung in den rechten oder linken Ductus hepaticus erfolgen mehr oder weniger ausgedehnte extrahepatische Gallenwegs- und Leberresektionen. Dabei kommt unter Umständen präoperativ die radiologisch-interventionelle Technik der Pfortaderembolisation zur Steigerung der postoperativ zu erwartenden Leberfunktionsreserve bei geplanter ausgedehnter Leberresektion zum Einsatz.

Die Pankreaschirurgie war seit jeher ein Schwerpunkt der II. Chirurgie. Sowohl bei gutartigen als auch bei den häufigeren bösartigen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse werden alle in der modernen Viszeralchirurgie etablierten OP-Verfahren angeboten. Dies reicht von Nekrosektomien in Fällen unbeherrschbarer, nekrotisierender Pankreatitiden, über Zystendrainagen bis hin zu duodenumerhaltenden Pankreaskopfresektionen und Radikaloperationen im Sinne der OP nach Whipple-Kausch oder in Einzelfällen auch totaler Pankreatektomie. Dabei werden bei sehr fortgeschrittenen Fällen primärer Pankreaskarzinome zum Zeitpunkt der Erstdiagnose in Abhängigkeit vom Einzelfall vermehrt neoadjuvante und adjuvante Therapiemodalitäten zur Anwendung gebracht. Dies geschieht nach Vorstellung der Patienten in der interdisziplinären Tumorkonferenz in Absprache mit allen beteiligten Fachdisziplinen.

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