Trichter- und Kielbrust

Brustwandverformungen sind mit einer Häufigkeit von 1:250 nicht besonders selten. Die Trichterbrust findet sich bei Knaben dreimal häufiger als bei Mädchen. Angaben zur Ursache sind immer noch spekulativ. Die (schon im 16. Jahrhundert vertretene) Retraktionstheorie nimmt einen nach hinten gerichteten Zug des Zwerchfells als Ursache der Trichterbrust an. Eine gewisse erbliche Disposition, auch eine mögliche Assoziation zu anderen Erkrankungen (Skoliose, Marfan-Syndrom) kann vorliegen. Für viele Patienten steht gerade im Adoleszentenalter die seelische Belastung durch die Brustwandfehlbildung im Vordergrund. Hier sind individuell sehr unterschiedliche Beeinträchtigungen des Selbstwertgefühls, unter Umständen bis zur psychopathologischen Fehlentwicklung möglich. Nicht selten versuchen Jugendliche auch durch eine krumme Haltung der Brustwirbelsäule und der Schultern den empfundenen Makel zu kaschieren. Für manche Patienten wird der Besuch des Freibads zu einer Qual. Probleme seitens des Herzens oder der Lunge stehen eher im Hintergrund. Wir ermöglichen eine individuelle und umfassende Untersuchung bzw. Vermessung und Beratung für betroffene Patienten aller Altersgruppen. Wir können verschiedene konservative und operative Therapiemaßnahmen anbieten. Neben der Behandlung mit der Saugglocke stehen verschiedene operative Möglichkeiten zur Verfügung. Insbesondere stellt die minimal-invasive (Schlüssellochchirurgie) Trichterbrustkorrektur nach Nuss bzw. Pilegaard (MIRPE) eine wichtige therapeutische Option dar. Hier wird ein Stahlbügel thorakoskopisch kontrolliert in den Brustkorb eingebracht. Der Bügel wird nach etwa 2 Jahren wieder entfernt. Für dieses Verfahren liegen inzwischen sogar gewisse, durch Studien belegte Verbesserungen der Herz- und Lungenfunktion (nach Bügelentfernung) vor.

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Kontakt

Dr. med. Harald Lochbihler

Leitender Oberarzt

Facharzt für Chirurgie und Facharzt für Kinderchirurgie

Telefon: 0821 400-9210
Fax: 0821 400-179203
E-Mail: kinderchirurgie@klinikum-augsburg.de

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