Schädelasymmetrie, Kraniosyntostose, komplexe Schädelfehlbildungen

Kraniospinale Sprechstunde

In dieser Sprechstunde werden viele Patienten mit besonders ernsthaften und komplexen Krankheitsbildern betreut. Gerade Kinder mit einer Meningomyelocele, bei denen meist auch ein Hydrocephalus therapiert werden muss,  benötigen eine feste Sprechstunde, in der die Gesamtbehandlung durch viele verschiedene Fachbereiche (gynäkologische Pränataldiagnostik, Kinderradiologie, Kinderneurochirurgie, Kinderchirurgie mit pädiatrisch-plastischer Chirurgie, Kinderurologie, Neuropädiatrie, Ophtalmologie, pädiatrische Endokrinologie, pädiatrische Intensivmedizin, Kinderorthopädie, klinische Psychologie, Sozialdienst mit Nachsorge und ambulanter Pflege, Frühförderung, Physiotherapie etc.) übersehen und koordiniert werden kann. In diesem Rahmen führen wir auch sog. Helferkonferenzen durch.

Die Kinderchirurgische Klinik kann auf eine lange Erfahrung und die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit am Klinikum in der Behandlung dieser Patienten zurückgreifen. Die Kooperation mit dem Bunten Kreis, der Elterinitiative ASbH und privaten Nachsorgeeinrichtungen spielt hier eine wichtige Rolle.

Für Kinder mit Schädeldeformitäten ist am Klinikum durch die Kinderchirurgie, Neurochirurgie und Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe zur Behandlung von Kraniosynostosen und komplexen Schädelfehlbildungen eingerichtet.

Schädelasymmetriesprechstunde

Im interdisziplinären Zentrum Neuropädiatrische Chirurgie (Kinderchirurgie, Neurochirurgie, Neuropädiatrie) wird im Rahmen der Sprechstunde für Kraniospinale Kinderchirurgie (OA Dr. Lochbihler) und der seit langem etablierten Interdisziplinären Arbeitsgemeinschaft Kraniosynostosen und komplexe Schädelfehlbildungen (Kinderchirurgie, Neurochirurgie, MKG-Chirurgie) eine spezielle Schädelasymmetriesprechstunde für lagerungsbedingte Schädelverformungen im Säuglingsalter angeboten.

In enger Verflechtung mit den niedergelassenen Pädiatern, Physiotherapeuten und Hebammen wird hier zum einen - im Sinne der Vorsorge - gezielt auf die Ausschöpfung der konservativen Behandlungsmöglichkeiten des lagerungsbedingten Schief- und Kurzschädels aufmerksam gemacht. Als ein wichtiges Stichwort seien hier nur die sog. „tummy time tools“ genannt. Die cephalometrische Untersuchung, die standardisierte Fotodokumentation, die klinische Beurteilung durch den erfahrenen Untersucher, die Verlaufskontrolle zur Beurteilung des Aufholwachstums stellen wichtige Sprechstundenmerkmale dar. Die enge Anbindung an die Kinderradiologie, die Neuropädiatrie und Entwicklungsneurologie ermöglichen die Abrundung unseres Therapiekonzeptes.

Zum anderen steht uns eine 3D-Laser-Kamera zur Verfügung, die in einer für Säuglinge und Kleinkinder sehr komfortablen Untersuchungszeit von 1,5 Sekunden dreidimensionale Datensätze für die Schädelvermessung bereitstellt. Ein Seitenunterschied ab 1,5 cm beim Schiefschädel bzw. ein pathologischer Schädelindex beim zu kurzen Schädel sind mögliche Kriterien, die zur konsequenten Therapie auffordern.

Die digitale dreidimensionale Vermessung erlaubt uns erstens objektivierbare und sehr differenzierte Verlaufsanalysen der Schädelverformungen und kann zweitens auch als Grundlage einer möglichen Helmbehandlung zur Korrektur des Plagio- und Brachycephalus dienen. Gipsabdrücke gehören damit der Vergangenheit an. Die Helme können in der gleichen Sprechstunde angepasst und in der Folge auch (wachstumskonform) nachgeschliffen werden.

Für die herkömmliche Behandlung einer lagebedingten Schädelverformung (Lagerungstherapie, Bauchlage im Wachzustand, Physiotherapie etc.) sind die ersten drei bis vier Monate besonders wichtig. Die Messungen in unserer Sprechstunde sollten deswegen früh beginnen, etwa mit zwei bis drei Monaten, um in der Verlaufsuntersuchung mit etwa 5 Monaten schon eine Aussage über ein Aufholwachstum – also den Erfolg der bisherigen Maßnahmen - geben zu können. Das Zeitfenster für die Helmbehandlung beginnt nämlich schon mit 5 Monaten und endet kurz vor dem ersten Geburtstag. Die Helmbehandlung wird sehr gut toleriert. Ihre Wirksamkeit ist eindrucksvoll belegbar. Das primär anzustrebende Ziel sollte dennoch sein, die Helmtherapie durch konsequente präventive Maßnahmen gar nicht erst erforderlich werden zu lassen.

In unserem Downloadbereich finden Sie weitere Informationen zu diesen Themen. 

Kontakt

Dr. med. Harald Lochbihler

Leitender Oberarzt

Facharzt für Chirurgie und Facharzt für Kinderchirurgie

Telefon: 0821 400-9210
Fax: 0821 400-179203
E-Mail: kinderchirurgie@klinikum-augsburg.de

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