Forschung und Studien

Klinische Studien

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Viele Medikamente, die bei Erwachsenen über Jahre hinweg erprobt und getestet wurden, werden bei Kindern angewendet ohne sie vorher einer genauen klinischen Prüfung an Kindern zu unterziehen. Da sich aber der Stoffwechsel und damit auch die Eigenschaften eines Medikaments im Organismus deutlich zwischen Kindern und Erwachsenen unterscheiden, müssen neue Medikamente in der Kinder- und Jugendmedizin zwingend im Rahmen von sogenannten klinischen Studien geprüft werden.

In einem ersten Schritt werden Medikamente im Reagenzglas getestet. Wenn die Laborergebnisse so vielversprechend sind, dass durch ihre Anwendung eine deutliche Verbesserung der Behandlung für Kinder und Jugendliche zu erwarten ist, dann müssen diese Erkenntnisse in klinischen Studien systematisch geprüft werden. Gerade bei den sehr seltenen Erkrankungen der Kinder- und Jugendmedizin handelt es sich hierbei um Medikamente, die gezielt in die Signalwege der Erkrankungen eingreifen und die die bisherigen Standardtherapien weiter verbessern sollen.

Der Gesetzgeber hat zur Durchführung klinischer Medikamenten-Studien sehr strenge Regeln für die pharmazeutische Industrie und die behandelnden Ärzte vorgegeben. So dürfen gerade bei Kindern und Jugendlichen ausschließlich solche Behandlungsmethoden und Medikamente geprüft werden, die sich in der Laborforschung als sicher und erfolgversprechend erwiesen haben. In unterschiedlichen Entwicklungsphasen werden neue Medikamente dann bis zu ihrer Zulassung für alle betroffenen Kinder und Jugendliche mit einer bestehenden Erkrankung überprüft.

Studienteilnahme

Kinder und Jugendliche, die an einer klinischen Studie teilnehmen, erhalten die beste, jeweils zu ihrer Erkrankung bekannte Therapie. Die Betreuung der Studienpatienten ist noch intensiver als die Betreuung anderer Patienten, damit alle Anforderungen der Qualitätssicherungen und der sogenannten Good Clinical Practice erfüllt werden können. Jeder Patient, der an einer klinischen Studie teilnimmt, kann sich sicher sein, dass er nach dem besten Stand des derzeitigen Wissens behandelt und betreut wird. Eine Beendigung der Behandlung im Rahmen der Therapie kann der Patient selbst jederzeit herbeiführen. Mit einer Teilnahme an der jeweiligen Therapiestudie hilft der Patient neue Therapiemöglichkeiten auch für Generationen nach ihm selbst zu entwickeln oder die bereits bekannten Therapieformen zu verbessern. Der Patient leistet somit einen ganz persönlichen Beitrag zum Fortschritt der medizinischen Forschung.

Studien in den Kliniken für Kinder und Jugendliche

Auf Grund der Seltenheit bestimmter Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter ist die Kinder- und Jugendmedizin geradezu prädestiniert für die Durchführung von klinischen Prüfungen. Häufigste Studienart in den Kinderkliniken sind Therapieoptimierungsstudien. In der Kinder- und Jugendhämatologie und -Onkologie werden > 90 % aller Kinder und Jugendlichen im Rahmen von solchen Therapie-Optimierungsstudien behandelt.

Als Zeichen der besonderen Forschungsaktivität in den Kliniken für Kinder und Jugendliche nehmen wir sowohl in der Kinder- und Jugendonkologie als auch in der Kinderneurologie, der Kindergastroenterologie, Kinderrheumatologie, Kinderschmerztherapie, Kinderintensivmedizin, Kinderpulmonologie sowie Kinderendokrinologie und -Diabetologie an einer Vielzahl von Studien teil.

Sollten Sie Fragen zu den oben genannten Studien, deren Einschlusskriterien und Zielpunkte haben, wenden Sie sich gerne persönlich an uns.

Aktuelle Studien auf einen Blick

CONNECT

Kerndokumentation rheumakranker Kinder und Jugendlicher

Schmerz-Netz

Kontakt

Prof. Dr. Dr. med. Michael Frühwald

Chefarzt der I. Klinik für Kinder und Jugendliche
Leitender Arzt des Schwäbischen Kinderkrebszentrums

Telefon: 0821 400-9201 (Sekretariat)
Fax: 0821 400-179201 (Sekretariat)
E-Mail: I.KK@klinikum-augsburg.de

Studien in der Geburtsmedizin mit Perinatalzentrum Level I

Aktuelle Studien auf einen Blick

ETTNO (Effects of transfusion thresholds on neurocognitive outcome of extremely low birthweight infants)

PHELBI (Permissive hypercapnia in extremely low birthweight infants)

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