Aktuelle Pressemitteilungen des Klinikums Augsburg


02.03.2010

Mitarbeiter des Klinikums und Rotes Kreuz helfen gemeinsam in Haiti

Am 12.Januar des neuen Jahres bebte die Erde in Haiti. Eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes. Mit Johann Keppeler aus Diedorf ist jetzt nach Michael Breunig aus Gessertshausen der zweite Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes aus dem Landkreis Augsburg wohlbehalten nach Hause zurückgekehrt. Ihre Aufgabe war es vor allem, Einrichtungen der Gesundheitsversorgung bis hin zum sogenannten „Hospital aus der Kiste“ in Carrefour aufzubauen und in Betrieb zu nehmen. Dieses Hospital kann die medizinische Versorgung von bis zu 250.000 Menschen sicherstellen.

Vor Ort befindet sich noch Alexander Leupolz aus Königsbrunn. Die Aufgabe des Bauingenieurs ist es vor allem, neben der technischen Leitung des Hospitals die Voraussetzungen für eine weitestgehende Betriebssicherheit während der bevorstehenden Regenzeit mit seinen Hurrikanen sicherzustellen. Ebenfalls vor Ort ist mit Peter Hofmann aus Haunstetten ein  weiterer ehrenamtlicher Mitarbeiter aus dem Personalkontingent der Auslandshilfe des Kreisverbandes. Für das Schweizer Rote Kreuz leitet er als Logistiker das „Warehouse“ in Port-au-Prince.

Seit letzter Woche vor Ort ist Johanna Poloczek aus Göggingen. Auf Vermittlung von Günter Lewentat, leitender Radiologieassistent am Zentralklinikum, hat sie für die nächsten 4 Wochen die Röntgenabteilung des „Hospitales aus der Kiste“ in Carrefour übernommen.

Mittlerweile hat der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes Dr. Rudolf Seiters,  den ersten Teil eines Langzeitplanes für die Wiederaufbauhilfe vorgestellt.  Er sieht vorerst Projekte in Höhe von 18 Millionen Euro im Bereich der Medizin und Infrastruktur vor. Der Hilfseinsatz auf Haiti ist einer der größten Rotkreuz-Einsätze, der in der 150-jährigen Geschichte je für ein einzelnes Land gestartet wurde.

„Wir kommen nun vom Sprint zum Marathon. Nach der Nothilfe geht es jetzt um den Langfristplan für einen Neubeginn in dem Karibikstaat“, so Dr. Seiters. Aus der Hilfe für die Tsunami-Opfer vor sechs Jahren habe man gelernt, den Wiederaufbau möglichst zeitnah in der Nothilfe-Phase mit zu planen. Das sei auch ein Zeichen von Spendentransparenz, so Seiters.

Zwei Drittel der Spenden sollen in Projekte der Gesundheitsversorgung gehen (12 Mio. Euro). Das DRK wird u.a. ein Krankenhaus in Carrefour (2 Mio. Euro) neu bauen, sowie das Gebäude der Blutbank neu errichten (1,2 Mio. Euro). Damit wird dann auch das mobile Rotkreuz-Hospital in feste Räume umziehen. Dazu kommt der Einsatz für Orthopädie-Projekte. „Wir gehen mit dieser Arbeit langfristige Verpflichtungen ein – Kinder und Jugendliche brauchen jedes Jahr neue Prothesen, da sie noch im Wachstum sind“, sagt Dr. Johannes Richert, Leiter der internationalen Hilfsoperationen des DRK. Ein Drittel der Gelder fließt in Infrastruktur-Projekte (6 Mio. Euro) „Wir müssen die Menschen – egal wie arm sie sind – widerstandsfähig gegen kommende Katastrophen machen“, so Peer Kölling, Leiter Sachgebiet Lateinamerika. Die Regenzeit beginnt in Haiti im April, die Hurrikan-Saison im August. Schwerpunkt ist im Moment der Bau von Behelfsunterkünften aus Holz und Wellblech („shelter“) für zunächst 1.500 Familien.

Das Rote Kreuz ist zurzeit mit rund 500 internationalen Katastrophenexperten in Haiti im Einsatz, unterstützt von Tausenden nationaler Rotkreuz-Kräfte. 21 mobile Nothilfe-Einheiten, so genannte ERUs, sind auf der Karibikinsel – mobile Gesundheitsstationen und Krankenhäuser, Module zur Trinkwasserversorgung und Seuchenvorsorge. 1.800 Tonnen an Hilfsgütern wurden bisher verteilt.


 

Bildunterschrift:

Bild 1: Mitarbeiter des Klinikums Augsburg helfen Haiti: Auf Vermittlung von Günter Lewentat, leitender Radiologieassistent am Klinikum Augsburg, hat Johanna Poloczek für die nächsten 4 Wochen die Röntgenabteilung im Hospitales des Deutschen Roten Kreuzes in Carrefour übernommen.

Bild 2: Hilfe für bis zu 250.000 Menschen: „Das Hospital aus der Kiste“

  


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