Enterale Ernährung (Sondenernährung)
Zielgruppe
Patienten, die aufgrund von bestimmten Erkrankungen nicht mehr richtig essen und trinken können, benötigen unter Umständen kurz- oder langfristig eine Ernährungssonde für Ernährung und Flüssigkeitsaufnahme
Erklärung Ernährungssondenarten
- Transnasale Magensonden (TNS)
Die transnasale Magensonde wird je nach Erkrankung, z.B. bei akuten Schluckstörungen und nach einem Schlaganfall für eine zeitliche Begrenzung (ca. 4-6 Wochen) über die Nase eingebracht.
- Perkutane Endoskopische Gastrostomie (PEG)
Für eine langfristige Sondenernährung über 6 Wochen wie z. B. bei Erkrankungen mit chronischen Schluckstörungen und nach einem Schlaganfall. Die PEG wird im Rahmen von Therapien z.B. der Strahlentherapie bei Tumorerkrankungen von Hals und Speiseröhre angelegt. Diese Sonde wird mittels einer Magenspiegelung (Gastroskopie) über die Bauchdecke in den Magen gelegt. Ein Wechsel der Sonde ist nur bei einem Defekt erforderlich. Nach Ausheilung des Einstichkanals (Rücksprache mit dem Hausarzt oder einer Pflegefachkraft) ist Duschen und Baden erlaubt. Solange das Schlucken möglich ist und der behandelnde Arzt keine Einwände dagegen hat, darf man auch bei liegender Sonde essen und trinken. Wenn Essen und Trinken nicht mehr möglich ist, kann man sich über die PEG vollwertig ernähren. - Feinnadelkatheterjejunostomie (FKJ)
In der Regel zeitlich begrenzte Sondenernährung über den Dünndarm nach bauchchirurgischen Eingriffen. Duschen ist mit dieser Sonde erlaubt, baden ist nicht möglich. Medikamenten sollten möglichst in flüssiger Form verabreicht werden. - Perkutane Radiologische Gastrostomie (PRG)
Für eine langfristige Sondenernährung über 6 Wochen. Die PRG wird dann angelegt wenn keine Durchführbarkeit einer endoskopischen Sondenanlage (z.B. Speiseröhrenverengung) möglich ist. - Button
Knopfähnliche Sonde, die über die Bauchdecke in den Magen gelegt wird. Diese Sonde ist kosmetisch unauffälliger und für sportliche Aktivitäten, z.B. Schwimmen gut geeignet.
Information zu pflegerischen Maßnahmen
- Medikamente müssen, wenn nicht flüssig verabreichbar, gemörsert werden. Es ist darauf zu achten, dass dabei die Sonde vorher und nachher ausreichend gespült wird.
- Mit allen Sondenarten kann der Patient nach Hause oder in ein Pflegeheim entlassen werden.
- Der Umgang mit den Sonden und der Sondennahrung wird im stationären Aufenthalt den Patienten und Angehörigen geschult.
- Im häuslichen Bereich werden in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt und dem Patienten spezielle Fachkräfte organisiert, die die Betreuung des Patienten und die Belieferung mit den Ernährungsutensilien übernehmen.



