Aktuelle Pressemitteilungen des Klinikums Augsburg
19.06.2012
Liebling, Du schnarchst! – Schnarcher leben gefährlich
21. Juni ist Tag des Schlafes | Gesunder Schlaf: Ursachen und Konsequenzen des Schnarchens und der Schlafapnoe
Augsburg (lp) - Zum 14. Mal wird am 21. Juni der bundesweite „Tag des Schlafes" stattfinden, um über die Wichtigkeit des gesunden Schlafes, die Auswirkungen von Schlafstörungen und über Therapieformen aufzuklären. Auch in diesem Jahr steht das Thema Schnarchen im Fokus. Über ein Drittel der Bevölkerung leidet in der Nacht unter Schnarchen und Atmungsproblemen. „Dabei ist das harmlose Schnarchen, das nur gelegentlich auftritt, keine Krankheit und beeinträchtigt auch nicht die Gesundheit", betont Dr. Stefan Groß, Leitender Oberarzt der Hals-Nasen-Ohren-Klinik am Klinikum Augsburg. Typisch ist dabei, dass das Schnarchen regelmäßig und harmonisch verläuft.
Anders ist das, wenn ein so genanntes „obstruktives Schlafapnoesyndrom" vorliegt: „In diesem Fall hält der Schlafende unbewusst kurzzeitig den Atem an, wodurch eine Weckreaktion ausgelöst wird", erklärt Dr. Groß. Dadurch wird die Tiefschlafphase verhindert und ein erholsamer Schlaf ist nicht mehr möglich. „Das muss in jedem Fall behandelt werden", betont Dr. Groß. Ernst zu nehmende Hinweise liegen vor, wenn der Atem länger als zehn Sekunden angehalten wird. Das kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronisches Müdigkeitssyndrom und Erschöpfung sind die häufigsten Krankheitsbilder. Die Auswirkungen auf den Alltag des Betroffenen sind enorm - erhöhte Schläfrigkeit führt zu einem Leistungsabfall, Unkonzentriertheit und verminderte Aufmerksamkeit erhöhen die Unfallgefahr.
„Die Ursachen des Schnarchens, wie auch des Schlafapnoesyndroms können vielfältig sein. Meist liegt eine körperliche Veranlagung vor - eine Enge der Atemwege und des Schlundes, eine große Zunge oder ein tief sitzender Gaumenbogen sind häufige physiologische Ursachen", weiß Dr. Stefan Groß. Auch Übergewicht und abendlicher Alkoholkonsum begünstigen das Schnarchen. Besonders häufig sind Männer mittleren Alters mit Übergewicht betroffen. Aber auch Frauen und Kinder, die unter einer Rückverlagerung des Kiefers oder einer Vergrößerung der Rachenmandeln leiden, können betroffen sein. Gewissheit, ob ein Schlafapnoesyndrom vorliegt, kann leicht herausgefunden werden. „Dazu geben wir den Patienten über Nacht ein so genanntes Schlafkästchen mit nach Hause. Hier werden die Geräusche und der Sauerstoffgehalt in der Luft aufgezeichnet und anschließend in der Klinik ausgewertet. Liegt eine Auffälligkeit vor, gibt es für den Patienten moderne und wirksame Behandlungsmöglichkeiten", erklärt der Experte.
„Bevor die Wahl auf einen operativen Eingriff fällt, empfehlen wir den Patienten zuerst ihr Gewicht zu reduzieren und weniger Alkohol zu konsumieren", so Dr. Groß. Die Erfolgsaussichten für die Betroffenen seien hoch. Wenn das trotzdem nicht hilft oder eine Änderung der Lebensumstände besonders schwer fällt, greifen die Ärzte am Klinikum Augsburg auf andere Behandlungsmethoden zurück. Dazu zählt zum Beispiel die Überdruck-Atemmaske: Der Patient trägt während der Nacht eine Atemmaske, über die der Druck der Atemluft erhöht und dadurch die Sauerstoffzufuhr erhöht wird. Unter Umständen kann auch eine Operation notwendig sein. Die Mediziner haben dafür spezielle Techniken entwickelt, die den Körper nur gering belasten.
Was kann man tun, um dem Schnarchen vorzubeugen?
Reduzierung des Gewichtes
Verzicht von fettem, schwerem Essen vor dem Schlafengehen
Verzicht von einem Übermaß an Alkohol
Änderung der Schlafposition in die Bauch- und Seitenlage
Oberkörper während des Schlafes höher lagern
Regelmäßiger Schlafrhythmus
Weitere Informationen über die Hals-Nasen-Ohren-Klinik und das Behandlungsspektrum am Klinikum Augsburg gibt es im Internet auf www.klinikum-augsburg.de.