Aktuelle Pressemitteilungen des Klinikums Augsburg


21.10.2011

Jede Minute zählt: denn „Time is brain“

Informationen zum Welt-Schlaganfall-Tag am 29. Oktober

Prof. Dr. Markus Naumann, Chefarzt der Neurologischen Klinik mit klinischer Neurophysiologie am Klinikum AugsburgAugsburg (ak) – Jährlich erleiden allein in Deutschland mehr als 200.000 Menschen einen Schlaganfall – mit steigender Tendenz. Prof. Dr. Markus Naumann, Chefarzt der Neurologischen Klinik mit klinischer Neurophysiologie , bestätigt diesen Trend. „Der Schlaganfall hat den Herzinfarkt als häufigste Gefäßerkrankung überholt“, so Professor Naumann. In Anbetracht der gesellschaftlich demographischen Entwicklung wird die Zahl der Betroffenen in den kommenden Jahren weiter zunehmen, umso wichtiger ist somit eine optimale Versorgung in einer neurologischen Klinik. Das Schlaganfallzentrum der Neurologischen Klinik bietet eine medizinisch maximale Versorgung für ca. 0,5 Mio. Einwohner aus Augsburg und der Region.

Rund 2.000 Patienten werden jährlich in der Neurologie nach einem Schlaganfall behandelt. Auch das Telemedizinprojekt TESAURUS, das seit 2010 besteht, verfolgt das Ziel, die Schlaganfallversorgung im Augsburger Raum und in Südwestbayern zu verbessern. In diesem Rahmen kooperiert die Neurologische Klinik des Klinikum Augsburg als Haus der Maximalversorgung mit derzeit sieben Kooperations-Kliniken in einem Telemedizinnetzwerkverband. Ziel ist es, so schnell als möglich die beste Therapie für den Patienten zeitnah vor Ort zu ermöglichen.

Anzeichen des Schlaganfalls 

„Hängender Mundwinkel, Lähmung am Arm oder Sprachstörung sind die wichtigsten Alarmsymptome für einen Schlaganfall“, erklärt Oberarzt Dr. Felix Joachimski von der spezialisierten Schlaganfallstation (Stroke Unit) am Klinikum Augsburg. Ein Schlaganfall entsteht, wenn ein Blutgerinnsel eine Schlagader im Gehirn verlegt. Wenn so etwas passiert, zählt jede Sekunde, denn jede Sekunde sterben  Nervenzellen, die nicht genügend Blut erhalten – hier gilt „Time is brain“. Nur eine sofortige optimale Behandlung in einer Stroke Unit kann den Schlaganfall noch abwenden. Dies geschieht mit Gerinnungs-Auflösenden Medikamenten (Lyse) oder Kathetern im Gehirn.

Erweiterung der Schlaganfall-StationDie gerade auf 14 Betten erweiterte Stroke Unit am Klinikum Augsburg stellt mit ihrem Team auch die frühe Weiterbehandlung des Schlaganfalls auf medizinisch höchstem Niveau sicher.

Die gerade auf 14 Betten erweiterte Stroke Unit am Klinikum Augsburg hat ein „perfekt eingespieltes, hochkompetentes Team“, das nicht nur die Akutbehandlung, sondern auch die frühe Weiterbehandlung des Schlaganfalls auf medizinisch höchstem Niveau sicherstellt, wie Dr. Joachimski erklärt. Im letzten Jahr konnte der Gesundheitszustand derjenigen Patienten, die mit der Lyse oder mit dem Katheter behandelt wurden, deutlich verbessert werden – etwa 200 von 2.000  Schlaganfall-Patienten. Im besten Falle kann bei sofortiger Behandlung der Schlaganfall wieder rückgängig gemacht werden. „Und sonst zählen die ersten Stunden und Tage. Je schneller der Patient eine optimale medizinische Versorgung erhält, desto deutlicher reduziert sich das Risiko der Sterblichkeit und der Grad der Behinderung. Im optimalen Fall kann der Patient nach der Behandlung beschwerdefrei nach Hause gehen“, erklärt Professor Naumann.

Wie kommt es zum Schlaganfall?

Risikofaktoren wie

  • Bluthochdruck,
  • Rauchen,
  • ungesunde Ernährung,
  • Diabetes und
  • erhöhte Blutfette

spielen eine erhebliche Rolle. Insbesondere der Blutdruck sollte auch bei älteren Menschen nicht über 140/90 mmHg liegen. „Vorbeugung ist die beste Medizin. Daher sind neben der medikamentösen Behandlung körperliche Fitness und gesunde Ernährung besonders wichtig“, berichtet Professor Naumann.


Weitere Informationen zum Leistungsspektrum der Neurologischen Klinik und der klinischen Neurophysiologie am Klinikum Augsburg


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