Aktuelle Pressemitteilungen des Klinikums Augsburg


13.07.2011

Die „Schwarze Null“ am Klinikum soll bereits 2011 erreicht werden

Die zahlreichen Verbesserungsmaßnahmen bringen früher Erfolge, als ursprünglich erwartet wurde

Der Augsburger Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl, Vorsitzender des Klinikum-Verwaltungsrates, der Krankenhauszweckverbands-Vorsitzende Martin Sailer, Landrat des Landkreises Augsburg und Alexander Schmidtke, Vorstand des Klinikums Augsburg, sehen aktuell, dass die Veränderungen im Jahr 2010 zu deutlichen Verbesserungen für Patienten, Mitarbeiter und das gesamte Klinikum – und mit seinem Versorgungsauftrag für rund zwei Millionen Bürger in ganz Schwaben – geführt haben. „Mehr Patientenorientierung sowie eine starke Unterstützung von Freistaat für die Generalsanierung und tatkräftiges Engagement der Mitarbeiter haben dazu beigetragen, dass wir heute hoffnungsvoll in die Zukunft blicken können“, so Schmidtke. Basis dafür ist auch die wirtschaftliche Entwicklung des Krankenhauses, das mit rund 5.300 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber im Gesundheitswesen in der Region ist und zu den größten Krankenhäusern in ganz Deutschland zählt: 2011 soll bereits die „schwarze Null“ nach Jahren der Millionen-Verluste erreicht werden. „So gut stand das Haus noch nie da, was die Förderzusagen des Freistaats betrifft“, ergänzt Landrat Martin Sailer.

„Auch kommunale Großkrankenhäuser können bei klarer Patientenorientierung und Kostensteuerung wirtschaftlich erfolgreich sein.“

Ende 2009 ist das kommunale Großkrankenhaus mit rund 100 Millionen Euro insgesamt im Defizit. In seiner rund 30-jährigen Geschichte sind fast jedes Jahr Millionenverluste zu verzeichnen, während die Gesamterträge zuletzt bei rund 387 Millionen Euro lagen.

2010 sollte daher das Jahr des Verbesserungskurses werden: Das Ergebnis wurde um 10 Millionen Euro verbessert, ohne dass Patienten dadurch Nachteile erfahren mussten. War die Neuverschuldung 2009 mit einem Minus von 14,4 Millionen Euro noch bei einem Rekordhoch, konnte der kassenwirksame Verlust 2010 auf 3,8 Millionen Euro reduziert werden. Alexander Schmidtke betont: „Auch kommunale Großkrankenhäuser können bei klarer Patientenorientierung und Kostensteuerung wirtschaftlich erfolgreich sein.“

Eine „kassenwirksame schwarze Null“

Die „kassenwirksame schwarze Null“, also ein Ergebnis des Klinikums, das Stadt und Landkreis Augsburg als Träger nicht mehr belastet, erfreut insbesondere Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl und Landrat Martin Sailer. „Ein Kompliment an die Mitarbeiter des Klinikums“ richten sie daher mit dem Dank verbunden, dass dieser Weg eingeschlagen und getragen wurde. Denn damit sind auch die Grundlagen für die zahlreichen Projekte zur Weiterentwicklung und Verbesserung des kommunalen Großkrankenhauses verbunden.

Waren es 2009 noch rund 69.700 stationäre Patienten und 2010 bereits über 70.000 Patienten, die im Klinikum stationär behandelt wurden, so erwartet das Großkrankenhaus mit rund 1.300 zusätzlichen Patienten im ersten Halbjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt bis zu 72.000 Patienten stationär im Jahr 2011. Weitere 160.000 Patienten kommen zur ambulanten Behandlung. Gleichzeitig stieg die Umsatzentwicklung um 5,6 % durch komplexere Behandlungen bei schwerer erkrankten Patienten. „Ohne die Steigerung an Patientenzahlen hätten wir auch keine Mehreinnahmen, da der Landesbasisfallwert trotz der Zusicherung einer  Steigerung von 0,9 % eingefroren wurde“, betont Klinikum-Vorstand Alexander Schmidtke. „Dennoch müssen wir als Krankenhaus die Kostensteigerungen durch Tarifentwicklung und Inflation tragen.“ Durch Struktur- und Prozessverbesserungen im administrativen Bereich die Personalkostenquote von 69,4 % im Jahr 2009 auf 67,3 % im laufenden Geschäftsjahr gesenkt werden. Durch verbesserte Konditionen im Materialeinkauf, die auf Verhandlung insbesondere mit den Top-Lieferanten zurückzuführen sind, konnten Millionenbeträge eingespart werden, indem marktübliche Preise mit einem Einsparvolumen von bis zu 15 % realisiert wurden. Außerdem konnten die Baunebenkosten deutlich um bis 8 % abgesenkt werden, was bei den zahlreichen Baumaßnahmen ein wichtiger Aspekt ist. Die Liquidität wurde stark verbessert hat, was zu Zinseinsparungen und Guthabeneinnahmen führten.

„Unterm Strich erwarten wir zum Jahresende nach heutiger Hochrechnung ein kassenwirksames Ergebnis im Plus“, sagt Klinikum-Vorstand Schmidtke. „Das ist eine erste schwarze Null, mit der wir unseren Weg in verbesserte Zukunft des Klinikums fortsetzen.“ Noch in Planung wurde für dieses Jahr ein Defizit von 1,9 Millionen Euro zunächst erwartet. Neben dem kassenwirksamen Ergebnis  muss das Jahresergebnis, das immer noch bei rund 4 Millionen Euro Verlust avisiert wird, betrachtet werden. Durch den Verlustausgleich durch den kommunalen Krankenhauszweckverband fällt das Defizit so anders ins Gewicht. Doch die „schwarze Null“ beim kassenwirksamen Ergebnis ist ein deutlicher Erfolg: In fünf Jahren, also 2017, sind Stadt und Landkreis als Träger vom Verlustausgleich befreit, wenn der Konsolidierungskurs konsequent fortgesetzt wird.

Bis 2020 läuft die Generalsanierung auf Hochtouren

Bis 2020 wird zugleich die umfassendste Generalsanierung in der Geschichte des Klinikums abgeschlossen sein. Rund 350 Millionen Euro investiert der Freistaat Bayern für die Sanierungsmaßnahmen und die Ausstattung mit neuesten Medizingeräten in das Klinikum. Bis Ende 2013 soll außerdem der  Neubau der Kinderklinik Augsburg als Mutter-Kind-Zentrum für ganz Schwaben abgeschlossen sein. Zahlreiche weitere Projekte wie die Verbesserung der Operations- und intensivmedizinischen Kapazitäten wurden bereits begonnen, ein neuer Rettungshubschrauberlandeplatz wird ebenso auf dem Dach des Großkrankenhauses in 56 Metern Höhe bis Ende 2012 / Anfang 2013 eingerichtet – damit soll der Rettungshubschrauber auf der höchsten Landeplattform eines Krankenhauses in ganz Deutschland starten und landen.

Mit dem wirtschaftlichen Konsolidierungskurs, den umfassenden Baumaßnahmen sowie einer verbesserten Geräteausstattung geht das Klinikum mit der Einrichtung der ersten drei Lehrstühle des kohärenten Forschungsverbundes bereits in diesem Jahr einen wichtigen Schritt, um die universitäre Medizin am Klinikum an ein Universitätsklinikum heranzuführen. „Wir waren noch nie so weit wie jetzt“, betont Landrat Martin Sailer in Bezug auf ein mögliches Universitätsklinikum Augsburg und bezeichnet den Forschungsverbund als „Einstieg“: „Am Ende kann ein Universitätsklinikum stehen.“

Neue High-Tech-Medizin am Klinikum Augsburg
für Bürger aus ganz Schwaben und darüber hinaus

Insbesondere die Medizingeräteausstattung wird durch die Sonderförderung des Freistaates, für die sich die Kommunalpolitik aus Stadt und Landkreis einsetzte, deutlich verbessert. Im Zuge der Generalsanierung werden zunächst bereit 2011 und 2012 jeweils fünf Millionen Euro zusätzlich in modernste High-Tech-Geräte – beispielsweise ein zusätzlicher Magnetresonanztomograph (MRT) noch in diesem Jahr – investiert, in den folgenden Jahren jeweils vier der insgesamt 50 Millionen Euro Förderungen. Eine magnetisch navigierbare Kapselendoskopie des Magens soll als innovatives Verfahren, welches die flexible Endoskopie ersetzen wird, eingeführt werden und damit noch schonendere Behandlungsmöglichkeiten – insbesondere für Risikopatienten – eröffnen, die Installation eines „Da-Vinci-Zentrums“ bringt die roboterassistierte Chirurgie – auch bei Kindern – ans Klinikum Augsburg. Ein neuer 3-Tesla-MRT für das schwäbische Kinderradiologiezentrum soll künftig deutlich schnellere Untersuchungszeiten und die Erweiterung der Möglichkeiten in der Diagnostik des Gehirns – auch für Erwachsene bei speziellen Fragestellungen – ermöglichen. Zahlreiche weitere Geräte für High-Tech-Medizin am Klinikum sollen die Behandlung der Patienten verbessern und insgesamt den Investitionsstau der letzten Jahre auflösen. Durch die besseren Behandlungsmöglichkeiten erwartet sich Oberbürgermeister, Landrat und Vorstand letztlich auch mehr Patienten und eine bessere Versorgung, was zu Erlössteigerungen führen soll. Neben der Sonderförderung werden jedes Jahr  weiterhin die regulären Beschaffungen in Höhe von über fünf Millionen Euro fortgeführt werden.

Nicht zuletzt schreiten auch die Planungen für ein neues, rund 170 Betten umfassendes Intensivmedizinzentrum mit operativen, konservativen und Intermediate Care-Kapazitäten sowie eine Veränderung der Aufnahme-, Diagnostik- und Ambulanzbereiche im Erdgeschoß voran. Im Intensivmedizinzentrum sollen alle interventionellen Verfahren auf eine Ebene im ersten Obergeschoß gebracht werden, um kurze Wege und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu verbessern.
Die neue Kinderklinik Augsburg | Mutter-Kind-Zentrum Schwaben soll mit einer neuen Eingangsmagistrale mit Shopping- und Service-Angeboten mit dem Hauptgebäude verbunden werden und auch  die Sanierung des Zentralen Operationsbereiches beginnt nach der Eröffnung der neuen zusätzlichen Operationssälen bereits in diesem Bauabschnitt. Im Anschluss werden die Bettentrakte umfassend saniert, „um mehr Komfort und Wohlfühlambiente für Patienten, aber auch die Mitarbeiter zu gewährleisten“, so Klinikum-Vorstand Alexander Schmidtke. 

Ein „Green Hospital“ entsteht

Am Ende der Generalsanierung sind im Jahr 2020 zahlreiche Aspekte einer modernen Krankenhausgestaltung umfassend berücksichtigt. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Konzept „Green Hospital“, einem Versprechen für nachhaltiges und umweltbewusstes Bauen. Das Klinikum hat nach der Generalsanierung 1.643 Betten: Insgesamt werden 1.415 Betten im Erwachsenen-Bereich geplant sowie 148 Betten in der Kinderklinik Augsburg | Mutter-Kind-Zentrum Schwaben. Um 44 auf insgesamt 80 Betten werden die tagesklinischen Kapazitäten erweitert. Der Abbau von 163 vollstationären Betten soll in den nächsten zehn Jahren schrittweise auf Basis des demographischen Wandels und des Rückgang der Verweildauer der Patienten erfolgen.


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