Pressemitteilungen des Klinikums Augsburg (Archiv)


28.10.2009

Versteckte Krebsherde aufgespürt

Wissenschaftspreis für junges Ärzteteam des Klinikums Augsburg

Für eine wissenschaftliche Arbeit zu einer verbesserten Diagnose von Magen- und Darmkrebs erhielten fünf junge Ärzte des Klinikums Augsburg den erstmalig ausgeschriebenen Preis der Dr. Wolfbauer-Stiftung. Der Pathologe Dr. Bruno Märkl, die Chirurgen Dr. Therese Gannon-Kerwel und Dr. Johann Spatz, der Gastroeenterologe Dr. Andreas Probst und der Onkologe Dr. Daniel Oruzio haben das Spezialwissen ihrer Fachgebiete in die Arbeit eingebracht.

Entscheidend für die Behandlung der Karzinome von Magen sowie Dick- und Enddarm ist, ob und wie stark der Tumor bereits Tochtergeschwulste (Metastasen) in die umliegenden Lymphknoten gestreut hat. Das Problem dabei: Die meisten Lymphknoten sind in dem umliegenden Fettgewebe beinahe unsichtbar, so dass die Pathologen oft nicht genügend viele von ihnen finden und untersuchen können.

Die Arbeitsgruppe entwickelte ein Verfahren, die Knoten mit Hilfe des Farbstoffes Methylenblau sichtbar zu machen. Außerdem konnte das Team anhand von 129 geprüften Fällen nachweisen, dass für eine zuverlässige Diagnose mindestens 15 Lymphknoten entnommen und untersucht werden müssen. Diese Zahl war bisher umstritten.

Bei der Verleihung des Preises im Klinikum betonte die stv. Ärztliche Direktorin Prof. Julia Welzel, dass die sehr innovative Augsburger Arbeit bereits mehrfach in renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschriften zitiert wurde und die Behandlung der Patienten in den kommenden Jahren spürbar beeinflussen werde.

Insgesamt waren elf Arbeiten eingereicht worden. Ein dreiköpfiges Chefarzt-Team entschied über die Vergabe des Preisgeldes von 4500 Euro, das die Dr.Wolfbauer-Stiftung ausgelobt hatte. Die Stiftung erweiterte anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens ihren bisher auf den Raum Donauwörth beschränkten Wirkungskreis, um junge, wissenschaftlich tätige Ärzte am Augsburger Klinikum zu fördern. Im kommenden Jahr werden drei wissenschaftliche Arbeiten sowie eine Promotion (Doktorarbeit) mit insgesamt 10 000 Euro gefördert. Zusätzlich stehen weitere 6.000 € für Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen zur Verfügung.

Foto: Wirth

 

 


zurück