Pressemitteilungen des Klinikums Augsburg (Archiv)
02.11.2009Erstes Kinder-EKG-Seminar der Kinderklinik ein voller ErfolgErstmals wurde von der kinderkardiologischen Abteilung der Kinderklinik des Klinikums Augsburg ein EKG-Seminar für interessierte niedergelassene Ärzte wie auch Krankenhausärzte angeboten. Prof. Gernot Buheitel und sein Team, unterstützt durch Priv. Doz. Dr. Gabriele Hessling aus dem Deutschen Herzzentrum München und Oberarzt Dr. Reinhard Müller von der I. Medizinischen Klinik des Klinikums gelang es, über 130 Ärzte aus Praxen und Kliniken für die Interpretation des kindlichen EKGs zu begeistern.
Der Bogen spannte sich von der Befundung des normalen und des krankhaften EKGs über die Herzschrittmachertherapie bis hin zu den modernsten Möglichkeiten der Behandlung von Herzrhythmusstörungen mittels Herzkatheter.
Gravierende Herzrhythmusstörungen gehören zu den seltenen, aber gefürchteten Diagnosen bei Kindern und Jugendlichen. Aus dem EKG kann häufig bereits im Vorfeld die Neigung zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen abgelesen werden. Der richtigen Interpretation des EKGs kommt daher ein hoher Stellenwert zu.
Priv. Doz. Dr. Gabriele Hessling stellte neue, besonders schonende Behandlungsmethoden von Herzrhythmusstörungen durch Herzkathetertechniken vor. Ursache dieser Störungen sind häufig zusätzliche Leitungsbahnen im Herzen, die zusammen mit der normalen Leitungsbahn einen Erregungskreislauf bilden, der dann für ein Herzrasen mit oft sehr hohen Herzfrequenzen (über 200 Schläge/min) verantwortlich sind. Eine Unterbrechung dieser zusätzlichen Leitungsbahnen heilt die Betroffenen.
Dazu wird unter Kontrolle durch ein Röntgen-Durchleuchtungsgerät ein spezieller Katheter von der Leiste aus ins Herz geschoben. An seiner Spitze sitzt eine Elektrode, mit der die krankhafte Leitungsbahn aufgespürt und durch Abgabe von Hochfrequenzstrom koaguliert (=verkocht) wird.
Dieses seit Längerem auch in der Erwachsenenkardiologie in Augsburg gebräuchliche Verfahren wurde in den letzten Jahren immer weiter perfektioniert. In den modernsten Herzkatheterlabors werden die Katheter mittlerweile von außen mittels Magneten gesteuert. Damit können die Elektroden punktgenau in die gewünschte Position gebracht werden, was vor allem bei versteckt liegenden Bahnen eine enorme Erleichterung darstellt. Auch minimiert diese Technik die Röntgen-Strahlenbelastung von Patient und Arzt deutlich.
Neben dem Herzrasen können auch Erkrankungen vorliegen, die zu einem sehr langsamen Herzrhythmus mit Schwindel und Bewusstlosigkeit des Patienten führen. OA Dr. Müller berichtete, wie solche bereits im Kindesalter vorkommenden Erkrankungen durch den Einsatz ganz unterschiedlicher Herzschrittmachersysteme, die an den kindlichen Organismus angepasst sind, erfolgreich behandelt werden können. Am Klinikum Augsburg arbeiten Kinder- und Erwachsenenkardiologie in Diagnostik und Therapie optimal zusammen.
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