05.08.2009
Klinikums-Verwaltungsrat verabschiedet Eckpunktepapier zur Errichtung einer Universitätsklinik
Einstimmig hat der Verwaltungsrat des Klinikums Augsburg auf seiner heutigen Sitzung ein Eckpunktepapier zur Errichtung einer Universitätsklinik verabschiedet.
Der Beschluss hat folgenden Wortlaut:
„Anknüpfend an den Beschluss des Bayerischen Landtages vom 1. Juli 2009 zur Entwicklung des Klinikums Augsburg und unter Zugrundelegung seiner eigenen Erwägungen beschließt der Verwaltungsrat des Klinikums:
- Der Verwaltungsrat unterstützt nachdrücklich Punkt 1 des Landtagsbeschlusses:
Die Staatsregierung wird aufgefordert, die Umsetzung der für das Klinikum Augsburg erarbeiteten Struktur- und Organisationsuntersuchung fachlich zu unterstützen, mit den Trägern des Klinikums Augsburg ein Lösungskonzept für die erforderlichen Investitionsmaßnahmen zu erarbeiten und im Rahmen der laufenden Generalsanierung die medizintechnische Ausstattung auf höchstem Niveau sicherzustellen."
Der Beschluss ist zeitnah umzusetzen.
- Zu den in Punkt 2 des Landtagsbeschlusses erwähnten Möglichkeiten und Realisierungsschritten auf dem Weg zu einer universitätsmedizinischen Einrichtung hat der Verwaltungsrat die nachfolgenden Standpunkte entwickelt:
Neben den bisherigen Trägern ist der Freistaat Bayern in die Trägerschaft des Universitätsklinikums einzubeziehen. Dies ist über einen Beitritt des Freistaats zum bestehenden Zweckverband des Landkreises und der Stadt Augsburg (Krankenhauszweckverband Augsburg/KZVA) möglich. Der Anteil der Beteiligung des Freistaates soll dem durchschnittlichen Anteil der Patienten des Klinikums entsprechen, die im Klinikum behandelt werden und deren Wohnsitz sich nicht im Verbandsgebiet des KZVA befindet. Der Beitritt des Freistaates Bayern zum KZVA muss zeitnah erfolgen.
Das Ziel eines "Universitätsklinikums" ist mit der Errichtung einer Medizinischen Vollfakultät inklusive der Vorklinik an der Universität Augsburg erreichbar. Diese Maßnahme würde einen erheblichen Beitrag zur Stärkung der Region Schwaben und des Wirtschaftsstandortes Augsburg leisten.
Sollte die Errichtung einer Vollfakultät mit vorklinischer Ausbildung zunächst nicht realisierbar sein, ist die Errichtung einer klinischen Fakultät vorrangig an der Universität Augsburg ein zielführender Weg, um die für ein Universitätsklinikum notwendige Zusammenarbeit zwischen Krankenversorgung sowie Forschung und Lehre zu erreichen. Der Errichtung einer klinischen Fakultät an der Universität Augsburg sollte der Vorzug vor einer Anbindung an eine andere Universität gegeben werden.
Allein mit der in Punkt 2 des Landtagsbeschlusses angeregten Ansiedlung von Lehrstühlen einzelner Fakultäten wird ein universitärer Status des Klinikums nur teilweise erreicht.
Die Kosten einer medizinischen Fakultät Augsburg sind dabei in voller Höhe durch den Freistaat Bayern zu tragen.
- Der Beschluss Nr. 3, wonach sicherzustellen ist, dass die in diesem Zusammenhang erforderlichen Maßnahmen für Augsburg nicht zu Lasten der anderen Hochschulen und bestehenden Universitätsklinika umgesetzt werden, wird durch den Verwaltungsrat ausdrücklich unterstützt."
Die Verwaltungsratsvorsitzenden, Landrat Sailer und Oberbürgermeister Dr. Gribl, zeigten sich erfreut, dass durch die intensive Vorarbeit einer internen Arbeitsgruppe, in die sowohl das Chefarztgremium als auch die Universität Augsburg einbezogen waren, nunmehr auch die Haltung der Träger des Klinikums zum Versprechen des Bayerischen Ministerpräsidenten klar formuliert werden konnte. Sie sind überzeugt, dass dieses einmütige Votum des Verwaltungsrates die Etablierung einer universitätsmedizinischen Einrichtung am Klinikum Augsburg zielgerichtet forcieren wird.
Im Anschluss an die Sitzung des Verwaltungsrates wurde das Eckpunktepapier schwäbischen Abgeordneten aller fünf Fraktionen des Bayerischen Landtags vorgestellt. Nach einer intensiven Diskussion, in der die gesamtschwäbische Forderung zur Errichtung einer Universitätsklinik Augsburg einmütig im Mittelpunkt stand, haben die anwesenden Abgeordneten einstimmig den heutigen Beschluss des Verwaltungsrates begrüßt. Sie sehen das Eckpunktepapier als eine wichtige Grundlage für die Arbeit der „Schwaben-Gruppe" der Landtagsabgeordneten an, die sich Anfang Oktober mit der Errichtung der Universitätsklinik befassen wird. Die Abgeordneten unterstützten ausdrücklich die Zielsetzung, die in dem Beschluss des Verwaltungsrates zum Ausdruck kommt und sichern ihre nachhaltige Unterstützung zu.
|