Pressemitteilungen des Klinikums Augsburg (Archiv)


15.09.2011

Das Herz – der Motor unseres Körpers

Begehbares Herzmodell eröffnet Ausstellung vom 24. September bis 3. Oktober

Am 29. September ist Weltherztag: Jährlich wird auf die Ausbreitung von Herz- und Kreislauf-Erkrankungen aufmerksam gemacht, die in vielen Fällen zum Tode führen können. Im Herzzentrum Augsburg-Schwaben am Klinikum Augsburg arbeiten Kardiologen und Herzchirurgen Hand in Hand – neueste Kathetertechniken, Kunstherz-Implantationen und ein komplett ausgestattetes Fahrzeug für Operationen auch außerhalb des Klinikums sind Markenzeichen für Hochleistungsmedizin. Die Herzchirurgie des Klinikums bewältigt jährlich über 1.400 große Eingriffe an Herzkappen und Koronargefäßen. Über das Leistungsspektrum des Herzzentrums informiert eine Ausstellung in der Eingangshalle des Klinikums vom 24. September bis 3. Oktober. Am 24. September selbst lädt außerdem ein begehbares Herz-Modell zur Erkundung des Herzens ein.

Nach wie vor ist der Herzinfarkt auch in Deutschland die mit Abstand häufigste Todesursache. Aber die Medizin hat in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht und die Sterblichkeitsrate um die Hälfte gesenkt. Immer schonendere Methoden erlauben es heute, auch viele Menschen zu retten, für die eine große Operation zu riskant wäre und andere Eingriffe keine Erfolgsaussicht hätten, berichtet Prof. Dr. Dr. Michael Beyer, Chefarzt der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie.

„Als ich vor zehn Jahren nach Augsburg kam, machten Bypässe, mit denen verstopfte Herzkranzgefäße überbrückt werden, etwa 80 Prozent unserer OPs aus, Eingriffe an den Herzklappen etwa 20 Prozent. Heute hat sich der Anteil Klappen-Eingriffe verdoppelt, Bypässe wurden dagegen deutlich weniger“, macht Professor Beyer diese Entwicklung deutlich. Diese Verschiebung ist umso bemerkenswerter, als Chirurgen heute nur noch einen Teil der Herzklappenoperationen machen. Immer mehr Eingriffe übernehmen die Kardiologen. „Seit über zwei Jahren setzen wir bei verengten Aortenklappen Prothesen ein. 2012 beginnen wir, undichte Mitralklappen mit einer raffinierten Klammer-Technik zu reparieren“, schildert Prof. Dr. Wolfgang von Scheidt, Chefarzt der I. Medizinischen Klinik, die neuesten Entwicklungen. Die Erfolge in der Bekämpfung von Herzerkrankungen gründen sich neben medikamentösen Errungenschaften auf Durchbrüche in der so genannten interventionellen Kardiologie. Damit bezeichnet man Eingriffe, bei denen Kardiologen unter Röntgendurchleuchtung dünne, flexible Drähte von der Leiste bis zum Herz vorschieben.

Je weniger Zeit vergeht, bis ein Herzinfarkt behandelt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient überlebt. Ein mit Herzinfarkt eingelieferter Patient wird innerhalb kürzester Zeit im Herzkatheterlabor behandelt. Das ist wichtig, weil jede Minute zählt, um die Durchblutung des Herzens wieder sicherzustellen. Das Herzzentrum Augsburg-Schwaben ist der drittgrößte Herzinfarkt-Akutversorger in Bayern, vor allen Münchner Kliniken und vor jeder bayerischen Universitätsklinik. Jährlich werden rund 800 Patienten mit akutem Herzinfarkt per Katheter behandelt, insgesamt werden über 3.000 Patienten im Katheterlabor versorgt, welches vor wenigen Monaten mit drei neuen hochmodernen Anlagen ausgestattet wurde.

„Wir machen alles außer Transplantationen“, sagt Professor Beyer auf die Frage nach dem Leistungsspektrum seiner Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie. Wobei er mit seinem Team bis buchstäblich zur letzten Station vor der Transplantation geht. „Wir implantieren Assist Devices, so genannte Kunstherzen. Patienten, die auf ein Spenderherz warten, können mit einem solchen System die Zeit bis zur Transplantation überbrücken.“ Aufgrund ihrer großen Erfahrungen und der Mitarbeit an der Entwicklung der Kunstherzen ist die Herzchirurgie des Klinikums eines der sehr wenigen Kompetenzzentren.
 
Die Lebenserwartung der deutschen Bevölkerung ist in den letzten 25 Jahren um fünf Jahre gestiegen. Die Hälfte dieses Erfolges entfällt allein auf Fortschritte in der Verhütung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Daher wird das Klinikum Augsburg im Rahmen seines Masterplans auch in diese wichtige Technologie investieren, die Intensivkapazitäten für die Nachbetreuung weiter ausbauen und insgesamt den Volkskrankheiten rund um die Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegentreten, um die Patienten optimal behandeln zu können.
 
Weitere Informationen zum Leistungsspektrum des Herzzentrums Augsburg-Schwaben mit seinen Kardiologen und Herzchirurgen


zurück